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2009.12.04

„Menschenrechte im Iran“ - Der Bericht der Veranstaltung in Aachen

Am 29. November führte das iranische Kulturzentrum Rahaward e. V. die Veranstaltung „Menschenrechte im Iran“ unter der Schirmherrschaft der Aachener Bürgermeisterin Hilde Scheidt und Teilnahme von Barbara Lochbihler (Mitglied des Europaparlaments) als Referentin im Space des Ludwig Forums durch.

Veranstaltung zum internationalen Tag der Menschenrechte in Aachen

Am 29.11.2009 um 16:00 Uhr führte das iranische Kulturzentrum Rahaward e. V. die Veranstaltung „Menschenrechte im Iran“ unter der Schirmherrschaft der Aachener Bürgermeisterin Hilde Scheidt im Space des Ludwig Forums durch.

Das Interesse der Aachener Mitbürger an der Menschenrechtssituation im Iran war groß, so dass der Saal am ersten Advent mit 140 Besuchern komplett gefüllt war.

Nach der Begrüßung durch die Moderatorin und einer kurzen Vorstellung des iranischen Kulturzentrum Rahawards wurde die Stellungnahme des Vereins zu den Menschenrechtsverletzungen im Iran, insbesondere zu den Geschehnissen nach der Präsidentschaftswahl, verlesen.

In dem ersten musikalischen Beitrag konnte die Sopranistin Shaghayegh Kamali mit Kompositionen von Siavash Beizai eine Atmosphäre von Behaglichkeit und Geborgenheit erzeugen. Sie erläuterte die Musikstücke für das deutsche Publikum ausführlich und stellte dem Publikum die avantgardistischen Lyrikerin „ Frough Farrokhzad“ vor.


Shaghayegh Kamali

Ihr Beitrag wurde von viel Applaus begleitet. Shaghayegh Kamali wurde in Teheran geboren und studierte dort an der Feinkunsthochschule Musik. Nach ihrer Ausreise aus dem Iran schließ sie ihr Musikpädagogikstudium in Deutschland und Österreich ab. Sie lebt heute in Münster, wo sie als Musikpädagogin beschäftigt ist.

Im Anschluss betonte Frau Scheidt in ihrem Grußwort die Wichtigkeit des weltweiten Erhalts der Menschenrechte. Seit der Demokratisierung Deutschlands seien nicht viele Jahre vergangen. Das Leben in einer Demokratie dürfe die Menschen nicht davon abhalten, die Demokratisierung eines anderen Landes zu unterstützen.


Bürgermeisterin Hilde Scheidt

Die Hauptreferentin war Frau Lochbihler. Barbara Lochbihler (geboren 1959 in Obergünzburg im Ostallgäu) war von August 1999 bis Juni 2009 Generalsekretärin der deutschen Sektion von Amnesty International. Bei der Europawahl 2009 wurde sie ins Europäische Parlament gewählt.

Frau Lochbihler beschrieb in ihrer Rede die Arbeit der Menschenrechtskommission im Europaparlament und berichtete über die Sitzungen von der sogenannten Iran-Delegation unter Beteiligung von Regierungsdelegationen als auch Menschenrechtsaktivisten. Sie kritisierte die Menschenrechtsverletzungen im Iran, insbesondere nach den Präsidentschaftswahlen. Die Hoffnung, es wurde zu einer Veränderung der Situation durch die Neuwahl kommen, wurde enttäuscht.


Barbara Lochbihler

Laut Regierungsmedien wurden in den ersten Tagen nach der Wahl 69 Menschen ermordet und 4000 verhaftet. Folter, Schauprozesse und Hinrichtungen folgten. Frau Lochbihler beklagte, der Iran sei das einzige Land, dass Kinder unter 18 Jahre zur Todesstrafe verurteilt und das Urteil vollstreckt. Nach China habe der Iran die höchste Anzahl an Hinrichtungen. Weiter protestierte sie gegen westliche Firmen, die dem Iran Technologien zur Repression verkaufen. Als Beispiel nannte sie Siemens und Nokia, die dem Iran den Einsatz der Abhörtechnologie ermöglichten. Ein Gesetz zur Unterbindung solcher Unterstützungen existiert bislang nicht. In Deutschland und in Europa sollten solche Gesetze diskutiert und ergänzt werden.

Nach der Pause wurde der Film „Im Tränengas 7 Tage in Teheran“ von Manon Loizeau gezeigt, der das Publikum sehr beeindruckte. Der Film handelt von Protesten der Menschen, insbesondere der Studenten im Iran, nach der Wahl. Mit versteckter Kamera geht die Regisseurin in die Menge, dokumentiert die Proteste und führt Interviews.


Peyman Nasehpour und Farzin Darabi Far

Mit der musikalischen Darbietung von Farzin Darabi Far und Peyman Nasehpour wurde eine Reise in die Welt der traditionellen iranischen Musik vollzogen. Die Klänge der Instrumente und die begleitende Lyrik verschafften Ruhe und Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Farzin Darabi Far wurde 1969 im Iran geboren. 1986 verließ er den Iran und wanderte nach Deutschland aus. Während des Studiums in Köln, wo er heute wohnt, spezialisierte er sich auf das Instrument „ Tar.

Am Ende der Veranstaltung spannte die Moderatorin eine Brücke nach Deutschland und zum 9. November, den Tag des Mauerfalls. Sie zitierte Frau Merkel : „Demokratie bedeutet Freiheit und Demokratie bedeutet Achtung der Menschenrechte.“ So wurde das Publikum mit einem Gefühl von Bekümmernis und Hoffnung verabschiedet.

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