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«Jugend im Iran» bei Arte
Eine solche Massenbewegung hatte der Iran seit dem Aufstand gegen den Schah vor gut 30 Jahren nicht mehr erlebt. Main-Netz.de Im späten Frühjahr 2009 protestierten Millionen meist junge Menschen gegen die repressive Politik der konservativen Führung, gegen die ihrer Meinung nach krasse Wahlfälschung zugunsten von Präsident Mahmud Ahmadinedschad und für den Reformer Mir Hussein Mussawi - die grüne Revolution war geboren. Doch sie wurde brutal unterdrückt und vom Regime bekämpft. Der Sender Arte erinnert ein Jahr danach an diese Zeit der Hoffnung und des Aufschreis, der um die Welt ging. Der Themenabend «Jugend im Iran - Zwischen Protest und Hoffnung» am Dienstag (22. Juni) besteht aus zwei Dokumentationen iranischer Filmemacher. In «Iran Elections 2009» (20.15 Uhr) erzählt Ali Samadi Ahadi, wie sich die kritische Öffentlichkeit bereits vor den Wahlen formierte. Wie die Jugend des Landes, besonders in der Hauptstadt Teheran, unter dem grünen Banner der Opposition und beflügelt von Mussawi, Meinungs- und Pressefreiheit einfordert und einen neuen, offenen, der Welt zugewandten Iran schaffen will. Die jungen Menschen sind die treibende Kraft hinter Veränderungen in dem Land, das als Islamische Republik über die vergangenen 30 Jahre in vielen Belangen rückwärtsgewandt agiert und sich nicht weiterentwickelt hat. Immerhin sind 70 Prozent der Bevölkerung des Landes unter 30 Jahren; sie wollen ein anderes, besseres Leben. Der Film zitiert Internet-Blogger und oppositionelle Twitterer und stellt sie - um sie zu schützen - in beeindruckenden Cartoons dar. Viele Originalaufnahmen, von professionellen TV-Aufnahmen bis hin zu verwackelten Amateurvideos, lassen die Ereignisse von Mai/Juni 2009 nochmal lebendig werden. Iranische Experten, Oppositionelle, Journalisten, Geistliche - darunter Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi - erzählen von ihren Erfahrungen, Gefühlen und Einschätzungen während dieser Zeit. «Die Farben der Liebe» im Anschluss um 21.05 Uhr nähert sich dem Iran, seinen Traditionen, seiner Kultur und seinen Widersprüchen auf ganz andere Weise. Die iranisch-amerikanische Filmemacherin Maryam Keshavarz zeigt den Iran im Jahr 2005 während des Aschurafestes, einer Art Passionszeit. Eine Woche lang machen die Menschen die Nacht zum Tag: Frauen gehen aus, Männer zeigen offen ihre Gefühle, man trifft sich in Gruppen, um zu beten, zu bitten und zusammen zu sein. In der altehrwürdigen Stadt Shiraz beobachtet die Doku-Filmerin während dieser Woche den Wandel von Liebe und Politik. Die Älteren halten an Traditionen fest und vollziehen ihre reinigenden Rituale. Die Jungen hingegen schlendern durch die Straßen, flirten und hoffen auf kleinste Liebesbezeugungen des Gegenübers. Drei Paare schildern und zeigen, was für sie Liebe und Freiheit im Iran bedeuten. |
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