Rahaward.org
2011.11.28

Glauben ist Menchenrecht

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Am 20. November 2011 thematisierte die Veranstaltung anlässlich des Tages der Menschenrechte zum ersten Mal in Aachen die Lage religiöser Minderheiten im Iran.

Am 20. November 2011 thematisierte die Veranstaltung zum Tag der Menschenrechte zum ersten Mal in Aachen die Lage religiöser Minderheiten im Iran. In der vom Iranischen Kulturzentrum Rahaward organisierten und im Martin-Luther-Haus durchgeführten Veranstaltung berichteten Experten über die Verfolgung und Diskriminierung von Bahá’í s, Christen und Gonabadi Derwische.

Zunächst wurde die Stellungnahme des Kulturzentrums Rahaward zu diesem Thema vom Moderator verlesen. Darin wurde auf die Gesetzeslage in Verfassung und Strafrecht der Islamischen Republik Iran bezüglich der Religionsfreiheit und Behandlung von religiösen Minderheiten hingewiesen. Insbesondere wurde die aktuelle schlechte Lage der Minderheiten kritisiert. (Stellungnahme des Iranischen Kulturzentrums Rahaward)

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Es folgten einige Ausschnitte des Films „Iranian Taboo“ des iranischen Regisseurs Reza Alamehzadeh. Der Film beschreibt die Situation von Dorfbewohnern eines Dorfes im Norden Irans, die aufgrund ihrer religiösen Zugehörigkeit zu Bahá’í-Religion verfolgt und diskriminiert werden. Der Film läuft in 3 Monaten in den amerikanischen Kinos an.

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Nach dem Film sprach Peter Amsler, Referent beim Nationalen Geistigen Rat der Bahá’í in Deutschland. Er erläuterte, dass der Iran zwar die Geburtsstätte der Bahá’í-Religion sei und die Bahá’í-Religion im schiitischen Islam wurzelt, sie heute jedoch mit ihren über sechs Millionen Anhängern als weltweit verbreitete, eigenständige monotheistische Offenbarungsreligion angesehen wird. Die Bahá’ís betrachteten den 12. Emam des schiitischen Islams bereits in der historischen Gründergestalt des Babismus, des Báb (1819-1850), als erschienen. Dies steht der Herrschaft der Rechtsgelehrten, die im Namen des aus Sicht der schiitischen Orthodoxie noch zu erscheinenden Mahdi regieren, entsprechend entgegen. Insofern werden sie als Bedrohung wahrgenommen, im Grunde würde ein theologischer Konflikt politisch-repressiv gegen die Bahá’ís ausgetragen. Der eigentliche Religionsstifter der Bahá’í sei jedoch Bahá’u’lláh (1817-1892), der vom persischen Schah und der ottomanischen Herrschaft nach Palästina, ins heutige Israel, verbannt wurde - ein Umstand, der ebenfalls von der iranischen Regierung immer wieder in Hetzreden gegen die Bahá’ís aufgegriffen werde.

In der islamischen Republik Iran würden Repressionen gegen Bahá’ís legitimiert, Bahá’í willkürlich inhaftiert und drangsaliert, die Aufnahme von Bahá’ís in Bildungseinrichtungen verweigert und die Ausübung verschiedener Berufe – zum Beispiel als Gastronom, Goldschmied und Hotelkaufmann oder Hotelkauffrau – nicht erlaubt, da die Bahá’ís als unrein gebrandmarkt seien. Die von der Gemeinde gegründete Online-Universität sei als illegal bezeichnet und einige der Dozenten und Mitarbeiter verhaftet worden. Die Mitglieder der informellen Führungsriege der iranischen Bahá’í seien zu 20 Jahren Haft verurteilt. Momentan seien über 100 Bahá’í wegen ihres Glaubens in Haft. Im Iran leben über 300.000 Bahá’í.

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Nach der Pause erinnerte Frau Sabine Leßmann , Sprecherin von Amnesty International Bezirk Aachen, in ihrem Grußwort an den 50. Geburtstag von Amnesty International und würdigte die Arbeit des Iranischen Kulturzentrum Rahaward, deren Aktionen für die Menschenrechte im Iran, sowie die gute Zusammenarbeit mit Amnesty International.

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Als zweiter Referent berichtete Frau Moussapour, Pastorin einer iranischen Konvertiten Gemeinde, über zunehmende Repressionen gegen die Christen. Sie dürften nur an Sonntagen unter starker Beobachtung der Polizei ihre Messen halten. Frau Moussapour appellierte für die Freilassung des Pastors Youcef Nadarkhani, der wegen seines Protestes gegen verpflichtenden Koran-Unterricht christlicher Kinder zum Tode verurteilt worden ist.

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Anschließend sprach Helmut Gabel, Mitglied der Internationalen Organisation zum Schutz der Menschenrechte im Iran, über die Geschichte und die Rolle der einflussreichsten Glaubensgruppe in der islamischen Republik Iran, die Amarioun. Die Anhänger dieser Glaubensrichtung diskriminierten alle Andersdenkenden. Zu den stark unterdrückten Gruppen gehörten die „Gonabadi Derwische“, die an Gott glaubten und zu Gott beteten, aber den Sinn ihrer Gebete in der Selbsterkenntnis sähen. Sie würden von der Regierung zum einem wegen ihrer toleranten Weltanschauung und zum anderen wegen des zunehmenden Zulaufs von jungen Menschen verfolgt. Sufis und Derwische stammen zum großen Teil aus den Randregionen Irans wie Kurdistan, Lorestan und Beluchestan.
http://www.mehriran.de/artikel/datum///die-herren-des-hasses-und-die-qualen-der-menschen/

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Am Ende der Veranstaltung fand eine Fragerunde statt, an der das Publikum sehr rege teilnahm.

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