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Abgestürzte US-Drohne über IranAbgestürzte US-Drohne über Iran
Die hochentwickelte Drohne gilt als eines der modernsten Spionage-Instrumente - und sie war offenbar in einer Mission des US-Geheimdienstes unterwegs, als sie auf iranischem Boden niederging. Laut "Washington Post" fürchtet die CIA nun, sensible Militärtechnik an den Erzfeind verloren zu haben. Washington - Für die US-Sicherheitskräfte ist es ein mehr als peinlicher Zwischenfall - der nun sicherheitspolitische Folgen haben könnte. Eine unbemannte Überwachungsdrohne geht über iranischem Gebiet verloren, das streng geheime Hightech-Flugobjekt gerät in die Hände des Feindes. Jetzt stellt sich heraus: Die Drohne war offenbar in einer Mission des US-Geheimdienstes CIA unterwegs. Das berichtet die "Washington Post" am Dienstag. ANZEIGE Unklar bleibt, in welcher Mission die Drohne vor dem Absturz genau unterwegs war. Am Sonntag hatte die Internationale Sicherheitsunterstützungstruppe Isaf erklärt, dass das abgestürzte Fluggerät über der afghanisch-iranischen Grenze Kontrollflüge absolviert habe. Experten bezweifeln laut "Washington Post" jedoch, dass ein derart hochentwickeltes - und entsprechend teures - Kriegsgerät zur simplen Grenzüberwachung eingesetzt wurde. Dass sich die CIA hinter dem Drohneneinsatz verbergen soll, legt einen Zusammenhang zu den jüngsten diplomatischen Spannungen zwischen Iran und dem Westen nahe. Weil die Regierung in Teheran eine Kontrolle ihres umstrittenen Atomprogramms verweigert und nach Ansicht des Westens an Nuklearwaffen arbeitet, verhängten die USA und andere Länder umfangreiche Sanktionen. Hat die "RQ-170" den Absturz überstanden? Noch völlig offen ist, in welchem Zustand sich die Drohne nach dem Absturz - iranische Medien berichten von einem Abschuss - befindet. Davon hängt entscheidend ab, ob das iranische Militär aus den Überresten Rückschlüsse auf die streng geheime Technologie des Fluggeräts ziehen kann. Man sei immer besorgt, wenn ein bemanntes oder unbemanntes Flugzeug verloren ginge, hatte Pentagon-Sprecher John Kirby am Montag lapidar erklärt. Teheran berichtet, die Drohne sei ohne schwere Beschädigungen niedergegangen. Von der "Washington Post" und der "Los Angeles Times" befragte Experten sind sich uneinig über den möglichen Zustand der Drohne nach dem Absturz. Loren Thompson, Analystin beim Think-Tank Lexington Institute, hält das Risiko des Technologie-Diebstahls für überschaubar: "Der Vorfall ist sicher nicht der Dolch ins Herz der Demokratie. Ausländische Geheimdienste hatten ohnehin schon eine Menge Informationen über die 'RQ-170'." Dagegen zitiert die "LA Times" einen namentlich ungenannten Regierungsmitarbeiter, der eine Offenlegung der Spionagetechnik fürchtet: "Das ist eine üble Sache - sie haben alles. Und die Chinesen oder Russen werden es bald auch haben." Spekulation über Hacker-Angriff auf Drohne ANZEIGE Erst vor zwei Jahren hatte das US-Militär die Existenz der "RQ-170" bestätigt. Zuvor war ein unscharfes Foto der Drohne aus Afghanistan aufgetaucht. Weil sie stets im Umfeld einer US-Basis in Kandahar gesichtet wurde, bekam die "RQ-170" den Beinamen "Biest von Kandahar". Dass das Hightech-Gerät tatsächlich, wie von Teheran behauptet, abgeschossen wurde, bezweifelt Militär-Analystin Thompson: "Diese Drohnen sind speziell entwickelt, um unentdeckt in großer Höhe zu operieren." Die iranische Luftabwehr sei kaum in der Lage, eine Drohne zu orten oder vom Himmel zu holen, sagt John Pike, vom Think-Tank Globalsecurity.org. Auch einen Hackerangriff auf die empfindlichen Computersysteme hält er für unwahrscheinlich. Als wahrscheinlichste Absturzursache vermuten beide einen mechanischen Fehler innerhalb des unbemannten Flugobjekts. jok |
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